Reviews: Helmuth Schönauer |
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Er ist ein Spracharbeiter, der Autor, er siedelt seine Gedichte in unterschiedlichen Räumen an: Gesellschaftsräumen, als da auch medialen Räumen, Kopfräumen. Das Grauen hält Einzug, und wenn nicht real, so doch immer wieder als Vorstellung: Bilderfeldzüge sind das, scharf geschliffen, mithin poetisch, insistierend, radikale Feststellungen. Das sind formale Raster aus Faktischem, Festmachungen, die Sinne, wie der Titel sagt, werden bis zur letzten Konsequenz befasst kein Entrinnen möglich. Einer der spannendsten Gedichtbände der jüngsten Zeit. |
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Reviewed by Petra Ganglbauer, 7 May 2004 |
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Poetisierte Traumatisierungen sind das, ein Aufzeigen jener Blutleere im Gehirn, die Platz greift, wenn nichts mehr Sinn macht, alles ausgereizt und überdehnt ist. Und somit austauschbar. Wenn nichts mehr, kein Wort, kein Sinn, kein Ding für sich stehen kann; wenn alles verschwimmt und sich zu verlieren beginnt. In Art von Hyperstrukturen hat der Autor den Band aufgebaut; da gibt es ein Weiterschreiben, Korrespondenzen oder auch Schlüsselworte. Einmal mehr trifft Helmut Schönauer auf geniale Weise den Nerv unserer völlig aus den Fugen geratenen Gesellschaft (Das lyrische Ich lebt an der Peripherie im Österreich des Jahres 2005) und zeigt Mechanismen des grellen Scheins dieser spätkapitalistischen „Ordnung“ auf: Obszönitäten, Wertverlust, Sprachstillstand, Isolation, Einsamkeit, seelische Verrohung usw. Da ist nichts mehr. Nicht einmal mehr Fragmente einer Zugehörigkeit sind erfahrbar, alles kommt beiläufig neben allem zu liegen oder zu sprechen: dieses verbliebene Nicht-Einmal-Nichts, diese verkommenen Reste aus flacher Sprache und oberflächlichem Handeln ziehen einem die Gedanken, die Worte beim Lesen des Buches dann noch einmal aus dem Kopf wie fade, müde, ausgedünnte Keimlinge. Als kämen sie durch den Lesakt noch einmal zur Welt! Doch nicht einmal Fragen hinterlässt dieser schreckliche Abgang. Der Autor erreicht, dass wir zwischen den Sätze durchfallen, nein, regelrecht hinunterstürzen, aber da ist nichts, was uns auffangen könnte. Aber wohin stürzen wir nur, wohin? |
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Reviewed by Petra Ganglbauer, 21 March 2007 |
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Das vorliegende Buch subsumiert viele der gesellschaftskritischen Stimmerhebungen, die der Autor konsequent seit Jahren einsetzt. Der Sandl-Wirt Handy After Hofer, Handreas Hofer (nunmehr Handy Hofer oder Oasch Hofer) wird in ein bewusst verballhorntes, entfremdetes, pervertiertes Regional-Setting (nördlich von Meran) gestellt, umrahmt von den Insignien der spätkapitalistischen Gesellschaft. Das lakonische Buch verschränkt die Residuen eines bereits verkommenen und abnormen politischen Bewusstseins mit den Auswüchsen von Artensterben, Tourismus, Showgeschäft, Leistungssportmanie, Totalitarismus usw. Spannend der sprachreflexive Zugang, der dem Text etwas Skurriles mithin Abstraktes verleiht. |
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Reviewed by Petra Ganglbauer, 27 September 2011 |
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