Reviews: Gregor M. Lepka
 
Deutsch Gregor M. Lepka: AUS DEM FENSTER DER BLICK. Resistenz Verlag, Linz-Wien 2009.

Gregor M. Lepka: Zarte Notationen sind das, aus einer Achtsamkeit heraus geschrieben, die den Dingen ihren Raum, ihre Zeit lässt.
Texte, die in sich ruhen und dennoch das Wort ergreifen. Verlangsamungsgedichte in einer Epoche der Beschleunigung und Akkumulation, Texte, die lichten, klären, die behilflich sind, dem Weltverständnis näher zu kommen.

Unprätentiös setzen sich die Gedichte Gregor M. Lepkas, Wort für Wort, wie Markierungen in Raum und Zeit. Schön, die Interdependenz von Innerseelischem und Außerseelischem, zutiefst lyrischen Themen.
Einige der Gedichte sind ruhig in ihrer kontemplativen Qualität, andere wieder um eine Spur expressiver.

Auch sind Zitate in diesem Band vorhanden, von Waltraud Seidlhofer, Michael Hamburger und anderen, sie erweitern den Kommunikationsprozess um diese intertextuelle Note.
Ein schöner Band mit ebenso unaufdringlich wie einprägsamer Gedankenlyrik.

Reviewed by Petra Ganglbauer, 8 December 2009

 

Deutsch Gregor M. Lepka: AN DER ZEIT VORBEI. Mitter Verlag, Wels 2011.
An der Zeit vorbei Cover

Der Gestus, den Gregor M. Lepka in vielen seiner Gedichte anwendet, ist vergleichbar mit einer in den Raum der Poesie transferierten „tangentialen Abbiegung“.

Der Lyriker, zu dessen besonderem Geburtstag auch ein Podium-Porträt erschienen ist, peilt in Zeilen wie „Wenig nur über dem See“, „An der Zeit vorbei“, „Schon ausgezogen“, „Gedacht, über die Dinge nachgedacht“ im 1. Teil seines Buches jenen schmalen Grat an, auf dem der Welten-Wandelnde die Dinge nicht mehr ins Visier nimmt, nicht abbildet, nicht zu besitzen sucht.
In vielen dieser Gedichte artikuliert sich das Unwägbare, das Dazwischen, das Fragile, Namenlose.

Im Lauf des Buches jedoch, vornehmlich in Teil 2, der auch mit zahlreichen Hommagen ausgestattet ist, die auf den poetischen oder vielmehr topografischen Kontext des Autors schließen lassen, findet die Gedankenlyrik ihre Rückbindung im Materiellen, wird greifbarer auch: „ÜBER DEN HÜGEL HINAUS“; „DIE SPRACHE“. Dennoch umspannen auch diese Texte das Unfassbare, suchen ihm Markierungen abzuringen. Letztlich geht es um die Existenz schlechthin und
die Parameter Raum und Zeit fungieren dabei als weit gefasste Gratmesser.

Teil 3 versammelt „Reaktionsgedichte“, verstärkende Notationen zu Zitaten von Elazar Benyoetz.

Reviewed by Petra Ganglbauer, 16 December 2011

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