Reviews: Erika Kronabitter |
Fliegender (Gedanken-) Wechsel,
unterschiedliche Perspektiven in einem eigentlich sehr streng gestalteten
Band: Strukturell ist dieser Band
gerade deshalb so interessant, weil er aus unterschiedlichen Blickwinkeln
her angelegt ist: Ein lesenswertes, unterhaltsames Buch! |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 28 February 2001 |
Von Spuren
schreibt Klaus Kastberger in seiner Einleitung zum vorliegenden Band.
Erika Kronabitter flicht Zitate aus Mayröckers Werken und Briefen
in ihre Textflüsse ein, und bisweilen laufen die Stil-Stränge
beider Autorinnen tatsächlich parallel, bis Kronabitter sich wieder
von Mayröckers Spuren wegschreibt, jedoch zumindest nachhaltig
den Gestus einer Seelenverwandtschaft beibehält, nämlich die
Art und Weise, wie die Worte einander folgen oder zueinander stehen
bisweilen auch abrupte Wortgeschwisterschaften , dann
allerdings schlägt Kronabitter wieder einen anderen, bisweilen
alltäglicheren Ton an. Von Landschaften schreibt sie, vom Schreiben,
vom Innerseelischen, von Sehnsucht und Angst, von Rastlosigkeit, vom
Sterben wie vom Fliehen. |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 11 January 2003 |
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Ein expressives, lautes Buch ist das, eines das aufhorchen lässt: der Untertitel des Romans lautet „Die Prosa der Verhältnisse“. Diverse Rollenklischees, die Frau als Gebärmaschine, als angepasstes Weibchen etc. werden angesprochen, aufgezeigt und zugleich in Frage gestellt und unterwandert. In immer neuen Anläufen, Zugängen, Schnitten, Rückblenden, Bewusstseinswiedergaben rollt die Autorin das Leben der Ich-Erzählerin auf; so Zeit- und- Raum-verschnitten wie das Leben eben ist. Dabei pendelt der Erlebnis- und Empfindungsraum gekonnt zwischen ausgesprochener Involviertheit und bewusster kühler Distanziertheit hin und her. Nicht viele Bücher gibt es, die so komponiert sind und dennoch so reich Inhalt, Geschehen, innerseelische Bewegtheit transportieren. Die meisten montageartig komponierten Werke sind dann schon wieder viel zu materialverliebt. Immer wieder tauchen Sätze auf, die wie von irgendwoher oder besser, von einer bewussten Instanz in den Welt- und Lebensraum gestellt werden: „Wir müssen annehmen, dass die Zeiten schlechter werden, weil die Bilder bunter werden.“ Zugleich gibt es – Motto für Motto – eine durchgängige Begleitung auf einer Metaebene: Etwa: „Der Versuch/“leichthin“/ zu sein: eine Art/ des Flanierens.“ Da ist einmal die mitteilsame Protagonistin, die verschiedene Lebens- und Bewusstseinsphasen durchwandert; da ist aber auch Liza, eine Art Alter Ego, eine Stimme, die stärkt und aufmuntert, aber auch herausfordert. Erika Kronabitter spricht viele Themen an, die beispielgebend für die zeitgenössische österreichische Literatur von Frauen generell sind, wie etwa das Geschlechterverhältnis, die Mutter-Tochterbeziehung, die Definitionsmacht der Sprache... Und das ist wichtig! |
| Reviewed by Petra Ganglbauer, 27 June 2008 | |
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